wunderschöne Sammlung an Anleitungen für außergewöhnliche Garne – ein Must-have für kreative Spinnende

Sarah Anderson: Effektgarne spinnen

stv, ISBN 9783702017019


Dieses Buch bietet in der Einleitung Wissenswertes über Spinnrad und Handspindel, verschiedene Garne, wie man Wolle wäscht, die Fasern vorbereitet, stellt verschiedene Möglichkeiten des Kämmens und Kardierens und Erstellen von Rolags, Punis, Batts, Wild Batts samt der Nachbehandlung vor. Anfänger erhalten damit eine kurze, sehr gute Einleitung, so dass ich dass Buch sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene im Spinnen geeignet finde.

Danach folgen Darstellungen verschiedener Auszugs- und Zwirntechniken, ergänzt durch vielen reichlich bebilderte Anleitungen, wobei sich neben gewöhnlichen Garnen viele exotische und außergewöhnliche Designer- und Effektgarne gesellen. Es werden Techniken bzw. Elemente anschaulich erklärt, beispielsweise Beehives, Coocoons, Halos, Coils, Knoten, Schlingen, Spiralen, umwickeltes Garn, Boulé, Perlen im Garn, Flammengarn oder Crêpe-Garn. Um nicht von den gezeigten Strukturen abzulenken, hat die Autorin fast alles, eigentlich bis auf das Mischen von Farben, in Weiß dargestellt. Sowohl die schrittweisen Erklärungen als auch die ergänzenden Fotos finde ich sehr gelungen und anschaulich. Das Buch enthält soviele Vorschläge und Tipps, die aus vielen Jahren der Erfahrung und des Experimentierens im Spinnen entstanden sind; zudem ermutigt die Autorin selber auszuprobieren, was man mag oder entdecken möchte, denn ihre Vorschläge soll man auch als Anregung sehen und verstehen, dass es nicht einen richtigen Weg gibt, sondern jeder Spinner seinen eigenen finden wird.

Das Buch finde ich ausgesprochen gut durchdacht, beispielsweise finden sich die Verzwirnungsdarstellungen zu den einzelnen Garnen in den jeweiligen Arbeitsanleitungen in speziellen Kästchen, die man im Anhang des Buches nochmals als perforierte Arbeitskarten vorfindet und einfach heraustrennen kann, was ich sehr praktisch finde. Ausgesprochen gut gefällt mir auch, dass die Autorin aus den verschiedenen vorgestellten Garnen Socken gestrickt hat um die Haltbarkeit des Garnes darzustellen; hierzu gibt es jeweils vergleichende Fotos zu entstandenen Löchern an der Ferse.

Insgesamt bietet dieses Buch eine enorme Auswahl an kreativen Anleitungen zum Farb- und Fasernmischen, zum Spinnen von dicken und dünnen Singles, zu verschiedenen Verzwirntechniken und -kombinationen, erklärt alles ausführlich genug und reichlich bebildert; es bietet so viele Vorschläge und Anregungen, dass ich davon ganz begeistert bin und vieles davon so oder so ähnlich nacharbeiten werde.

Fazit: Eine echte Schatztruhe mit wundervollen Anleitungen und Anregungen, ausgezeichneten Erlärungen und brillanten Fotos dazu.

 

5/5*****

Advertisements

50 interessante Garten- und Parkgestaltungen – perfekt auf die Architektur der jeweiligen Immobilie abgestimmt

Konstanze Neubauer: Gärten des Jahres 2018

callwey, ISBN 9783766723154


Dieses reichlich bebilderte Buch beinhaltet die 50 schönsten „Gärten des Jahres 2018“, die von einer renommierten Jury ausgewählt und prämiert wurden. Gegen eine Teilnahmegebühr konnten Planungsbüros, Garten- und Landschaftsarchitekten, ihre Arbeiten einreichen; einige der Profis sind mit mehreren Arbeiten vertreten.

Gezeigt wird eine große Vielfalt unterschiedlichster Gärten im deutschsprachigen Raum. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien sowie der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts mit Grundriss ab. Hierbei hätte ich mir das ein oder andere Mal auch ein Foto des Gartens vor der Neugestaltung gewünscht um den Unterschied zum vorherigen Zustand, der manchesmal als verwahrlost bezeichnet wurde, betrachten zu können.

Der kleinste vorgestellte Garten weist eine Größe von 192 qm auf, der größte Garten bemißt sich auf 13.000qm. Meiner Einschätzung nach wurde in diesem Jahr eine größere Anzahl kleinerer, für die meisten Leser lebensnaherer Gärten vorgestellt. Nichtsdestotrotz wird eine weite Spanne an Gärten, beispielsweise Bauerngärten, Villengärten oder Designerstücke mit möglichst wenig Phytomasse, großen Steinplatten und ausgeklügelter Beleuchtung vorgestellt. Man findet also viele Beispiele von exakt auf das Haus abgestimmte Gärten: zwischen naturnahen Bauerngärten, in denen sich Pflanzen auch selber versamen dürfen bis hin zur Glasfront-Betonplatten-Architekten-Villa mit rechtwinkelig klar durchstrukturierten, hauptsächlich versiegelter Gartenoberfläche, für deren Pflege ich wahrscheinlich einen Hochdruckreiniger einsetzen würde. In vielen Gartenlösungen finden sich Swimmingpools, mehrere, die über den Hang hinausragen und stellenweise „frei schweben“.

Mich persönlich sprechen da eher die Gärten von Bauernhäusern, -höfen oder Englischen Gärten an, mit üppigem Pflanzenbesatz, Rosenecken, vielen Ecken, Nischen, „Gartenzimmern“ oder reizenden Überraschungen wie beispielsweise ein „verwunschenes Wasserbecken“ in einem Rosengarten.

Fazit:
Das Buch bietet 50 interessante Garten- und Parkgestaltungen zwischen natürlich und künstlich – perfekt auf die Architektur der jeweiligen Immobilie. Die aufgezeigten Gärten mit Erläuterungen zum Plan und evtl. Einbeziehen vorhandener Elemente sowie vielen Fotos fand ich sehr interessant, anschaulich und zum Teil auch inspirierend; wer ein großes Gartengrundstück sein eigen nennen darf oder einfach nur schön inszenierte Gärten betrachten möchte, findet hier eine Fülle an Ideen.

5/5 *****

beekeeper in the USA – leider nur bedingt nützlich für angehende Hobby-Imker in Deutschland

Bob & Chelsea McFarland: Das Geheimnis der Bienen

Goldmann, ISBN 9783442176663


Bob McFarland lebt mit seiner Frau in Los Angeles; in diesem Buch beschreibt er seinen Weg zur Hobbyimkerei und seine Art naturnah zu imkern.

Dem Autor, der auch unter dem Namen HoneyLove einen youtube Kanal betreibt, ist es ganz besonders wichtig, sich als Hobbyimker von den kommerziellen Wanderimkern der amerikanischen Bestäuberindustrie abzugrenzen. Er betont immer wieder, wie wichtig ihm artgerechte Bienenhaltung ist, bei der weder Profit oder Honig im Vordergrund stehen, sondern das Wohl der Bienen und lehnt den Einsatz von Chemie, auch zur Varroabekämpfung, ab, da dadurch, seiner Meinung nach, nur resistentere Milben gezüchtet werden.

Danach stellt McFarland Grundlagen zur Bienenhaltung, Gerätschaften wie die Langstroth und, wenn auch kurz, die Kenianische Oberträgerbeute ( KTBH) vor, und auch Werkzeug wie Stockmeißel, Smoker und angebrachte Schutzkleidung. Kurz beschreibt er Königin, Arbeiterinnen und Drohnen und das Leben im Bienenvolk.
McFarland imkert mit Langstroth, der in den USA gängigen Beute, arbeitet ohne Mittelwand, sondern befestigt im Rähmchen oben einen Kunststoffstreifen, an dem die Bienen dann artgerecht wild bauen dürfen. Alle 2-3 Wochen schneidet er dann die Rähmchen auseinander, entfernt den ungewollten Wildbau, der in der falschen Richtung angelegt wurde und das Rähmchenziehen verhindert. Dadurch auseinanderfallende Waben sichert er mit Gummibändern, die von den Bienen selbständig enfernt werden, sobald sie nicht mehr benötigt werden. Mittelwände lehnt der Autor kategorisch ab, da es nach seinen Angaben in den USA ausschließlich pestizidbelastete Mittelwände von großen Erwerbsimkern zu kaufen gibt.
Er erklärt auch, wie man an eigene Bienenvölker kommt: durch eingesammelte Schwärme, hauptsächlich durch Paketbienen oder aber durch Ableger. Beim Kauf von Ablegern oder Völkern sollte man dann aber schnellstmöglich die Mittelwände herausschneiden, da diese alle giftverseucht sind. Kurz wird auch erklärt, wie man Ableger bildet oder, wie in den USA mit Schädlingen oder Klimaproblemen, die es hier nicht gibt, umgegangen wird.

Eine Honigernte im Herbst und daraus resultierende Zufütterung lehnt der Autor ab und zeigt seine Art Honig zu ernten, was zu meinem Erstaunen durch Rähmchenumhängen in den oberen Honigraum samt Einsetzen eines Absperrgitters geschieht. McFarland gibt eine Bauanleitung für zwei Eimer, die mit Abflußhahn, Löchern und einem Spitzsieb zum Filtern der ausgeschnittenen, zerkleinerten Waben genutzt werden. Der abfließende Honig wird sofort in Gläser gefüllt und verschlossen.

Mein Eindruck zum Buch:

Es war mal interessant, zu lesen, wie ein Hobbyimker in den USA vorgeht – als Hilfestellung oder Einführung für angehende Imker im europäischen Raum finde ich dieses Buch leider ziemlich unangebracht. Gesetzliche Vorgaben der USA sind genauso wenig hilfreich wie die Hinweise, in welchen amerikanischen Bundesstaaten man Vorsicht mit afrikanisierten Bienen walten lassen muß.
Das spiegelt Nichts wieder, was hier in Deutschland zu beachten wäre.
Insgesamt merkt man in jedem Kapitel, dass dieses Buch ausschließlich für den amerikanischen Markt verfaßt wurde und einfach eine Übersetzung ins Deutsche keinem hilft, der sich hier über Imkerei informieren möchte.
In den in Deutschland gängigen Ratgebern, werden neben Langstroth auch DNM, Zander oder, wenn man es besonders artgerecht möchte, die Bienenkiste sowie hier geltende Gesetze und Bestimmungen vorgestellt.
Ich bin seit mehreren Jahren Hobbyimkerin und kann einiges aus diesem Buch nicht nachvollziehen, beispielsweise diese Panik vor vergifteten Mittelwänden. Weil es meinem Empfinden eines guten Kreislaufes entspricht, schmelze ich dunkle, alte MW ein und gieße mir daraus neue. Der Autor scheint diesen ausgequetschten Rohstoff zu entsorgen oder, zumindest teilweise, für den Beutenanstrich zusammen mit Leinöl zu nutzen. Für mich persönlich entspricht dieses regelmäßige Herausreißen und Abschneiden des in die falsche Richtung angelegten Wildbaus keinesfalls der ständig hochgelobten naturnahen Haltung, bei der man möglichst gar nicht eingreifen soll.

Insgesamt hatte ich mir mehr unter dem Untertitel-Versprechen „Alles, was wir wissen sollten“ vorgestellt: Bei einem Buch, dass auf den deutschen Markt gebracht wird, erwarte ich neben der einfachen Übersetzung auch landesangepaßte Informationen samt der üblichen, wesentlich vielfältigeren Möglichkeiten und Eigenheiten.
Da solche Informationen gänzlich fehlen, kann ich dieses Buch leider nicht weiterempfehlen um sich auf die Hobbyimkerei in Deutschland vorzubereiten, denn das hier sehr einseitig Vorgestellte bezieht sich speziell auf das Vorgehen in den USA. Es gibt viele Ratgeber und Sachbücher, die die Hobbyimkerei in Deutschland thematisieren, viel informativer und sachdienlicher sind – sehr empfehlen würde ich auch einen Kursus, bei dem man nicht nur Wichtiges lernt, sondern auch Kontakte knüpft und vielleicht seinen Imkerpaten findet.

 

1/5 *

alles Wichtige kurz und knackig auf den Punkt gebracht

Beth Penn: Das kleine Buch vom Aufräumen

Heyne, ISBN 9783453703445


Vorab: „Das kleine Buch vom Aufräumen“ heißt nicht grundlos so; wenn man die Überstände des Covers nicht mitberechnet, entspricht seine Größe ziemlich genau Din A6. Auf 87 Seiten, denn das Buch bzw. die Einführung beginnt mit S. 7, werden kurz und knapp in 7 Kapiteln Tipps rund um das Aufräumen im Haus sowie Nebenräumen, im Terminkalender, Denkmustern oder Einkaufsgewohnheiten gegeben.

Da ich mich mit dem Aufräumen und Los-/ Freilassen von Dingen intensiver beschäftigen wollte, habe ich mir zeitgleich mehrere Bücher dazu besorgt und muß der Autorin zustimmen, dass es sich bei dem Ordnungschaffen genauso verhält, wie beim Abnehmen: Schnelle Hauruck-Methoden bringen kurzfristig sichtbaren Erfolg, um diesen langfristig zu sichern, muß man sein Verhalten ändern. Und meiner Meinung nach verhält es sich mit einem Aufräumratgeber genauso wie mit der richtigen Diät, die zu einem persönlich passen muß. „Das kleine Buch vom Aufräumen“ gibt kurz und knapp viele wichtige Tipps und Hinweise zum Aufräumen, Loslassen, Gleichgesinnte finden und bietet auf etlichen Seiten sehr ansprechende Zitate alter Philosophen.
Mich, wahrscheinlich auch, weil ich unter den anderen Aufräumratgebern meinen Favoriten bereits gefunden habe, überrascht dieser Ratgeber nicht mit vielen neuen Tipps. Seine Stärke liegt eindeutig darin, dass alles kurz und knackig auf den Punkt gebracht wird und ich bin sicher, dass viele ihn genau deshalb lieben werden und tatsächlich beinhaltet er auch alles an Erkenntnissen, die man benötigt. Für mich persönlich reicht es so leider nicht wirklich aus, um tatsächlich auf lange Sicht mein Verhalten zu verändern; aber zum Glück tickt da jeder anders.

Diesen Ratgeber halte ich besonders geeignet für Leute, die es selbst beim Buch schon aufgeräumter und kürzer mögen, die dieses Buch als Einstieg oder als schnelle Erinnerung um sich wieder auf Kurs zu bringen, besonders schätzen werden.

4/5 ****

gute Anleitungen zu vielen verschiedenen, ansprechenden Schmusebegleitern

Carolina Guzmann Benitez: Schnuffeltücher und Kuscheltiere häkeln

Leopold Stocker Verlag, ISBN 9783702016845


Carolina Guzman-Benitez betreibt unter dem Namen „One & Two Company“ einen Blog samt Vertrieb ihrer Häkelanleitungen. In diesem Buch finden sich insgesamt für 20 verschiedene Häkelanleitungen für je ein Schnuffeltuch für die ganz Kleinen sowie die dazu passende Kuschelfigur für etwas Größere. Diese Idee gefällt mir sehr gut, denn so begleitet das ans Herz gewachsene, vertraute Schmusetier das älter gewordene Kind in einer altersangepaßteren Form einfach weiter.

Zu Beginn des Buches werden verschiedene Deckchenformen und -muster samt Bild und Anleitung vorgestellt, die mich allesamt an gehäkelte Topflappen erinnern und, da sie nicht aus Baumwolle, sondern aus Merino oder anderem sehr weichen Garn gearbeitet wurden, ganz weich und kuschelig werden. Danach folgen die Anleitungen zu den achtzehn verschiedenen Tieren ( Teddy, Hase, Hund, Katze, Zebra, Nashorn, Giraffe, Nilpferd, Frosch, Schäfchen, Panda, Kuh, Ente, Schweinchen, Rentier, Maus, Fuchs, Affe) sowie einem Puppenjungen und Puppenmädchen.
Bei den Schmusetüchern werden Kopf samt Armen auf das entsprechende Tuch genäht, für die Kuscheltiere häkelt man die zweite Anleitung, die für Amigurumi. Sowohl was die Auswahl des entsprechenden Schmusedeckchens als auch die Wahl der zu verarbeitenden Garne geben dem Schmusetier zudem eine ganz persönliche Note.
Am Ende des Buches werden noch das Arbeiten verschiedener Maschen und letzte Handgriffe erklärt, wobei ich für die Nacharbeitung der Anleitungen schon zumindest Grundkenntnisse im Häkeln voraussetzen würde; für absolute Neueinsteiger empfinde ich die Häkelarbeiten als zu kniffelig.
Sehr gut gefällt mir der Hinweis der Autorin, für die Kleineren im Schmusetuch statt eingesetzter Sicherheitsaugen lieber die Augen aufzusticken. Auch ich halte dies für besonders wichtig und sicher, habe diesen Hinweis schon bei vielen Anleitungen vermißt und empfinde hier das Gesamtkonzept als genauestens durchdacht.

Schon beim ersten Durchblättern sprachen mich Teddy, Schaf, Rentier, Affe, Maus und Fuchs besonders an und ich werde sie nach und nach häkeln, was Dank der guten Anleitungen, Häkeldiagramme und begleitenden Fotos gut machbar sein wird. Gerade als Geschenk halte ich diese Schnuffeltücher – und etwas später folgen das passende Amigurumi – für äußerst gelungen.
Das Buch wird mich sicherlich soviele Jahre begleiten, wie später die gehäkelten Tiere ihren kleinen Menschen……

Abb. rückw.
Cover

5/5 *****

dem Zufall nachhelfen und entspannt gärtnern

Sigrid Tinz: Selbst ist die Pflanze

pala Verlag, ISBN 9783895663727


Sigrid Tinz stellt zunächst verschiedene Strategien der Pflanzen vor, durch Ausläufer, Brutzwiebeln, Absenker, durch Fallschirmsamen, die vom Wind weitergetragen oder elaiosomenbehaftete Samen, die per Ameisentaxi beispielsweise in Mauer- oder Wegfugen getragen werden, sich selber auszusäen oder zu vermehren.
Danach stellt sie eine kaum abreißende Menge an Pflanzen vor, sortiert nach unterschiedlichen Standorten und Bedürfnissen an Boden, Licht oder Wasser; zu jedem dieser Kapitel findet sich eine Artenliste als Empfehlung und am Ende des Buches eine große Übersicht, die sie alle zusammenfaßt, Hinweise auf entsprechende Seitenzahl, Lebenszyklus oder zum Fördern bzw. Lenken gibt.
Unter den vorgestellten Pflanzen gibt es viele, die die meisten als „Unkraut“ ansehen und aus dem Garten entfernen, obwohl sie sich ja selber den perfekten Platz zum Wachsen ausgesucht haben und an den Gärtner keine weiteren Ansprüche stellen. Der Leser erfährt, wie einfach, preiswert, regional und entspannt sich gärtnern läßt, wenn man die Schönheit dieser Pflanzen erkennt und sie dort wachsen läßt bzw. einschränkt, wenn es genug von ihnen im Garten gibt, welche man zügig entfernen sollte, weil sie sonst garantiert Überhand nehmen oder welche kaufbaren Pflanzen, einmal eingesetzt, sich selbst weitererhalten, vielleicht durch den Garten „wandern“ bis sie den perfekten Standort gefunden haben – und auch, dass die, die nicht wiederkommen, wohl eben diesen nicht gefunden haben.
Ich muß gestehen, dass im Buch derart viele Pflanzennamen vorkamen, dass ich es nur in Rechnernähe gelesen und ganz viele Pflanzen online nachgeschlagen habe; viele von eben diesen kenne ich seit vielen Jahren aus unserem Garten, hätte aber nie deren Namen gewußt – und fürchte, ich werde sie auch ziemlich schnell wieder vergessen. Einige jedoch habe ich mir eingeprägt um sie dieses Jahr beim Jäten zu verschonen, wie beispielsweise den kriechenden Günsel, den ich immer für eine wilde Minzart gehalten und aus Sorge, er könne alles überwuchern, halbherzig entfernt hatte. Für mich konnte ich eine Liste an Pflanzen erstellen, die nun weiter in unseren Garten bleiben oder ergänzt werden.
Besonders der Gedanke, dass man selber dann nicht mehr nachsäen oder -pflanzen muß, gefällt mir sehr gut; obwohl ich schon seit Jahren diese Richtung, eher unbewußt, verfolge, werde ich es nun konsequenter und mit noch mehr Spaß ausbauen.

 

5/5 *****

große Auswahl an wunderschönen Motiven – die meisten davon sind ziemlich kniffelig

Marion T. Nichols: KIRIGAMI – Faszinierende Tiere zum Falten und schneiden

stv, ISBN 9783702016913


Marion T. Nichols hat für dieses Buch 100 Tier-Falt-Scherenschnitte zusammengestellt, die zu Beginn des Buches verkleinert in einer fünf Seiten umfassenden Übersicht, nach Seitenzahl geordnet, zu sehen sind. Danach beschreibt sie zunächst anschaulich, wie man die Blätter faltet und das gedruckte Motiv ausschneidet; an manchen Stellen sind Kreise eingezeichnet, die man mit einer Zange auslocht – ansonsten benötigt man nur eine scharfe Schere. Darauf folgen die jeweils eine Seite großen Motiv-Bögen, auf denen sich neben der Tierzeichnung auch eine Faltlinie befindet.

Die Motive weisen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf; ich finde sie allesamt sehr ansprechend und auch, selbst die einfacheren, ziemlich kniffelig. Grundsätzlich erinnert mich die Technik an das Schneiden von gefalteten Deckchen aus Faltpapier, was einige von uns wahrscheinlich aus Kindergartenzeiten kennen. Die hier aufgeführten Motive sind jedoch wesentlich anspruchsvoller, so dass ich die meisten von ihnen für Kinder nicht unbedingt geeignet finde. Man muß schon sehr genau arbeiten, damit die Tierschneeflocke nach dem Auseinanderfalten wirklich exakt geschnitten ist und gut aussieht.
Ich habe farbiges Druckerpapier mit Glitzer-Effekt benutzt ( 90g/qm), welches schon recht anstrengend zu schneiden war, jedoch hinterher dafür haltbarer ist. Stellenweise habe ich zum Schneiden das Gefaltete einmal aufgeklappt und dann durch die Schnitte die zweite Hälfte mit Bleistift markiert. Ich denke, dass die Schneidearbeit bei dünnerem Papier wesentlich einfacher ausfällt. Die geschnittenen Faltdeckchen gefallen mir allesamt sehr gut; sie machen sich sehr hübsch am Fenster, als Deko auf einer Wand, einer Kladde, einer Box oder einer Grußkarte….
Ganz besonders gut gefällt mir, dass im Buch ein Link angegeben ist um alle Vorlagen herunterladen zu können, falls man keinen Kopierer, sondern nur einen Drucker zur Verfügung hat oder, so wie ich, sein Buch nicht quälend aufbiegen möchte, um zu kopieren. Zudem läßt sich beim Herunterladen die Größe des Motives verändern.

Fazit: Riesenauswahl an wunderschönen Motiven, wovon die meisten schon sehr anspruchsvoll in der Ausführung sind.

5/5 *****