Halb Biographie, halb etwas zähes Fachbuch

Die Intelligenz der Bienen

Randolf Menzel und Matthias Eckoldt: Die Intelligenz der Bienen

Knaus-Verlag, ISBN 9783813506655


Der bekannte Berliner Hirnforscher Randolf Menzel erzählt von seinem Großvater, der äußerst erfolgreich Schwämme erforschte und ihm sein Mikroskop und die Liebe zur Biologie verebte. Neben zahlreichen Versuchen anderer Forscher berichtet Menzel auch über eigene Experimente, recht detailliert und immer mit persönlichen Erlebnissen verbunden. Nach fünf Jahrzehnten intensiver Forschung hat er nun sein gesammeltes Wissen zusammen mit Matthias Eckoldt in diesem Buch zusammengefaßt, berichtet über Forschungsergebnisse zu Einblicken in das Bienengehirn, ihr Sehvermögen und ihre Fähigkeit, Magnetfelder zu spüren, über ihre Lernfähigkeit, Konditionierung und über den Bien an sich: wie verständigt sich dieser Superorganismus, wie funktionieren Orientierung, Organisation und ihr Tanz als Sprache?

Als Hobbyimkerin habe ich schon etliche Bücher über Bienen gelesen, und der Titel dieses Buches hatte mich ganz besonders angesprochen. „Ergebnisse aus fünf Jahrzehnten Forschung“ hörte sich für mich großartig an; allerdings hatte ich nicht erwartet, dass Versuchsbeschreibungen von 50 Jahre alten ( oder noch älteren) Experimenten so detailliert aufgeführt werden. Auch der große Anteil an Eigenbiographie hat mich überrascht und hat mit dem Buchtitel m.E. nicht allzuviel zu tun. Die wirklich vielen, beschriebenen Experimente haben das Lesen für mich sehr zäh werden lassen; es dauert immer, bis etwas auf den Punkt gebracht wurde – und, wie schon erwähnt, sind etliche Erkenntnisse oft jahrzehntealt und allseits bekannt. Vielleicht liegt das Problem auch darin, das hier zuviele Themen in einem Buch angerissen wurden und so bei keinem wirkliche Tiefe aufkam, sondern zu jedem eher ansatzweise Wissen vermittelt wurde.

Gefallen haben mir die Fotos, Diagramme und Schautafeln, die das Ganze aufgelockert haben.

Fazit: Halb Biographie, halb breitgefächerte Versuchsbeschreibungen aus mindestens 50 Jahren und daraus abgeleitete Ergebnisse, eher zäh zu lesen. Leider konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern.

3/5 ***

Sehr gute Einführung, super erklärte, schöne Anleitungen, die leicht nachzuarbeiten sind

Benjamin Busche: Möbel aus Holzpaletten

Bassermann-Verlag, ISBN 9783809434481

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Benjamin Busche erklärt, wie man Möbel aus Holzpaletten selber preiswert herstellen kann und so ganz individuelle, persönliche Möbelstücke erhält.

Schon in der Einleitung werden die benötigte Werkzeuge vorgestellt, auf Material wie Holzpaletten, Kanthölzer, Weinkisten, Holzschutzfarben u.m. Eingegangen. Ein wichtiger Punkt hierbei war für mich die Betrachtung der Euro- und Einwegpaltten, besonders der Hinweis auf die Zertifizierung nach IPPC-Standard, ohne den ich überhaupt nicht an Pilzschutzmittel oder andere giftige Substanzen, Holzwurm oder Larven des Holzbocks gedacht hätte, obwohl ich sonst auf solche Punkte achte. Sehr ausführlich und tatsächlich idiotensicher wird die Verabeitung erklärt, wofür ich als absolute Nichtheimwerkerin sehr dankbar bin; toll finde ich auch die vielen Fotos dazu.

Nach der Einleitung folgen auf ca. 60 Seiten die bis ins Detail gut erklärten Projekte, die auch wieder mit vielen Fotos aufwarten. Sehr gut gefällt mir auch, dass die Materialliste
farbig unterlegt wurde, so dass sie direkt auffällt. Im Buch enthalten sind die Anleitungen für Couchtische, ein Sideboard, ein TV-Board, eine Sitzbank mit Stauraum, einen Strandkorb, ein Jugendbett mit seitlicher Ablage am Kopfende, ein Gartenbuffet, Wandregale und eine Garderobe; meine Highlights sind der Strandkorb und das Gartenbuffet.

Fazit: Sehr gute Einführung, super erklärte, schöne Anleitungen, die leicht nachzuarbeiten sind.

 

5/5 *****

sehr lehr- und hilfreich

Eliane Reichardt: Hochsensibel

irisiana, ISBN 9783424152937


Eliane Reichardt, selbst hochsensibel, hochbegabt, Synästethin studierte Architektur, BWL und Psychologie, arbeitet als freie Dozentin, Beraterin und Coach für HSM ( Hochsensible Menschen) und HB ( Hochbegabte).

Nach einer kurzen Einleitung folgt ein ausführlicher Test: aufgeführt werden Aussagen zum Fremdbild, zu Sensorischem, zum Körperlichem, zum Innenleben und Weiterem. Möglicherweise wird sich der Leser in Vielem wiedererkennen, denn ungefähr jeder 7. Mensch ist hochsensibel.

Im Anschluss berichtet Eliane Reichardt kurz über die Forschungsgeschichte und erläutert dann ausführlich, was Hochsensibilität ausmacht. Begrifflichkeiten werden geklärt, z.B. HSM / HSK, von unterschiedlicher Wahrnehmung, Reflektieren oder Lernen u.v.m. erfährt man Details, die durch viele persönliche Berichte der Autorin und Gesprächspartnern ergänzt werden. Unter anderem geht es im Vergleich der Lebensbedingungen und Reize im Verlauf der 60er Jahre über die Gegenwart bis in die nächsten Jahrzehnte um Einflüsse, die sich in den letzten Jahrzehnten zusätzlich ergeben haben und bei HSM beispielsweise Stress auslösen können. Im Anschluss daran werden introvertierte und extrovertierte HSM und HSS (High Sensation Seaker) unterschieden. Danach wird u.a. das kreative ( divergente) Denken von HSM erläutert; auch die Verbindung mit Hochbegabung, nicht Inselbegabung, wird dargelegt.

Im zweiten Teil des Buches gibt es Beschreibungen, Fallbeispiele und Lösungsansätze, wie HSM ihren Alltag meistern können, ob beim Einkaufen, am Arbeitsplatz, beim Arztbesuch u.m. und, wie man langfristig mit seiner HS umgeht, z.B. indem man seine Stress- / Wahrnehmung trainiert, sich um seine Emotionen kümmert, eigene und Grenzen anderer respektiert, sich wertschätzt und entsprechend liebevoll und achtsam mit sich umgeht …….

Im Anhang findet sich eine Liste mit weiterführender Literatur und nützlichen Internetadressen.

Eliane Reichardt führt sehr sensibel und kompetent in das Thema ein, räumt mit Mythen auf und grenzt HSM eindeutig gegen Erkrankungen oder Störungen ab. Ganzheitlich beleuchtet sie unterschiedlichste Aspekte und stellt klar, dass man sich als HSM, nicht mehr als „anders“, sondern als Kunstwerk betrachten sollte, erläutert, wie man seine vermeindliche Schwäche in seine Stärke verwandelt und in sich schlummerndes Potential erweckt und voll entfaltet. Dabei schreibt sie leicht verständlich und doch wissenschaftlich fundiert. Ganz besonders gut haben mir ihre vielfältigen Anregungen zum Bewältigen des Alltags gefallen.

Insgesamt hat mich das Buch begeistert; ich finde es sehr lehr- und hilfreich.

 

5/5 *****

ein witziges, buntes und kurzweiliges Lesevergnügen

Mikael Bergstrand: Der 50-Jährige, der seinen Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half

btb, ISBN 9783442754502

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Bei „Der 50-Jährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half“ handelt es sich um den zweiten Teil der Göran-Borg-Trilogie.

Der Alltag in Malmö hat Göran Borg wieder vereinnahmt, seitdem er aus Indien zurück ist. Sowohl in seinem Job als auch mit seiner ( geschiedenen) Familie könnte es besser laufen, da helfen ihm auch seine Therapiestunden oder sein hoher Eiskonsum nicht wirklich, seine Antriebslosigkeit zu überwinden. Als er den Eindruck gewinnt, sein neuer bester Kumpel fühle sich zu ihm hingezogen flieht er spontan nach Indien, zu seinem Freund Yogi. Dieser hatte ihn bereits zu seiner Hochzeit eingeladen, die allerdings verschoben werden mußte, wofür zunächst eine ungünstige Sternenkonstellation als Alibi herhalten mußte. Genaugenommen liegt es aber an den finanziellen Möglichkeiten, die den Brautvater hindern, eine große oppulente Feier auszurichten. Das Geld soll deshalb durch den Kauf einer Teeplantage und Beteiligungen von Investoren erwirtschaftet werden. Was sich so einfach anhört, zieht viele Komplikationen und Herausforderungen mit sich… und bleibt bis zum Schluß überraschend und unterhaltsam.

Zum Verständnis dieser Geschichte muß man den ersten Band dieser Trilogie nicht gelesen haben; ich werde dieses aber nachholen, weil mir dieser zweite Teil sehr gut gefallen hat. Sehr witzig geschrieben und spannend erzählt wartet dieser Roman mit vielen Wendungen auf. Wunderbar fand ich auch die vielen selbstausgedachten Redewendungen, die Yogi immer wieder zum Besten gibt, seine Interpretationen und Wege um ans Ziel zu gelangen. Alle Beteiligten wurden detailreich beschrieben, die Handlung war in sich schlüssig und aufs feinste sehr humorvoll erzählt. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, in diese bunte Bollywood-Welt einzutauchen und ich freue mich schon sehr auf das Lesen des ersten Teils „ Der 50-Jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte“.

Fazit: ein witziges, buntes und kurzweiliges Lesevergnügen.

 

5/5 *****

beeindruckend informativ und hilfreich

Monty Waldin: Biodynamisch gärtnern

Dorling Kindersley Verlag, ISBN 9783831029907


Monty Waldin erklärt in „Biodynamisch Gärtnern“, wie man seinen Garten schonend und im Einklang mit den jahreszeitlichen Rhythmen und natürlichen Zyklen bearbeitet. Dabei wird z.B. berücksichtigt, wann die Erde ein- oder ausatmet oder beim Säen, Pflanzen und Ernten werden Mondzyklen oder Erdnähe bzw. -ferne berücksichtigt. Das Herstellen und Verstärken unterschiedlicher Jauchen, Veraschung und wie man biologisch-dynamische Spritzmittel dynamisiert wird genauso ausführlich erklärt, wie die Porträts und Herstellung der neun Präparate: Hormist 500, Hornkiesel 501, Schafgarbe 502, Kamille 503, Brennessel 504, Eichenrinde 505, Löwenzahn 506, Baldrian 507, Ackerschachtelhalm 508.

Viele Fotos zu den leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen machen es einfach, diese Präparate selber herzustellen, zu lagern und anzuwenden. Ganz ausführlich wird auch erklärt, wie man biodynamischen Kompost bereitet, stellt Möglichkeiten für kleine Platzangebote vor und erläutert Aufbereitungsmöglichkeiten.

Ungefähr die zweite Hälfte des Buches widmet sich dem biologisch-dynamischen Anbau im Garten; zunächst gibt es eine Einleitung dazu, in der die einzelnen Abläufe des Gartenjahres dargestellt werden. Dem folgt die Unterteilung nach Nährstoffverbrauch und Familien der Kulturpflanzen und die Obst-/Gemüseeinteilung für Fruchtwechselfolge.

Die nun vorgestellten Obst-/Gemüsesorten werden in Gruppen / Kapitel unterteilt: Wurzeltage, Blütentage, Blatttage und Fruchttage, wobei besonders der Mondzyklus die Unterschiede in diesen Gruppen bedingt. Zu jeder Pflanze, egal aus welcher Gruppe gibt es ein einseitiges Portrait mit mehreren Fotos, allgemeiner Beschreibung sowie Angaben zu Standort, Bodenvorbereitung, säen und pflanzen, Pflege, Ernte, Lagerung und Problemvermeidung, zusätzlicher Jahreszeittabelle zum Säen und Ernten und, was mir ganz besondrs gut gefallen hat: wie man Saatgut der meisten Pflanzen gewinnt. Auch der Rückschnitt der einzelnen Obstgehölze wird kurz und gut erklärt.

Zum Schluß des Buches findet sich ein doppelseitiger Kalender für die Herstellung und Anwendung der biollogisch-dynamischen Spritzmittel und Kompostpräparate.

Die Darstellungen und Erklärungen in diesem Buch sind wesentlich umfangreicher als ich sie erwartet habe; der Unterschied zwischen einfach nur „bio“ mit ein paar selbsthergestellten Jauchen und Beachtung von Pflanztagen und dem hier Vorgestellten haben mich sehr beeindruckt. Welche Unterschiede es noch bis zum „demeter“-Standart gibt, war mir in diesem Umfang nicht bewußt. Viele der Rezepte und Tipps werde ich nutzen; ansatzweise gärtnere ich schon in dieser Richtung. Für die Herstellung einiger der Präparate, wie Hornmist 500 oder Eichenrinde 505 habe ich jedoch noch etwas Berührungsängste. Schon alleine der Blickwinkel, das anzubauen, was in meinem Garten auf Grund der Boden-, Licht- und Windverhältnisse gut und problemlos wächst und nicht das, was ich besonders gerne esse, war für mich eine ganz neue Sichtweise, die ich nun beherzigen werde. Nochmals betonen möchte ich, wie gut mir die 78 ausführlichen Pflanzenportraits und ganz besonders die Erläuterungen zur Saatgutgewinnung gefallen haben.

5/5 *****

ganzheitliche Betrachtung der Heilpflanzen mit einfach nachzuarbeitenden Rezepten

Pater Johannes Pausch: Meine Kräuterschätze

Servus, ISBN 9783710400827

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Der Benediktinermönch Pater Johannes Pausch stellt nach einer kurzen Einleitung in seinem Buch 28 heimische Heilpflanzen vor, wobei ihm die ganzheitliche Sicht jeder Pflanze am Herzen liegt. So findet der Leser zu jeder Pflanze eine Beschreibung mit großem Foto, eine Geschichte /Märchen / Sage oder Erzählung um das Wesen dieser Pflanze und ihre Kräfte zu beschreiben, eine Seite zur Anwendung, auf der auch mehrere Rezepte aufgeführt sind, sowie eine Seite mit Zeichnung der Pflanze und Pflanzenbestandteilen inkl. einem Steckbrief. Dieser enthält neben einer verdichteten Beschreibung zu Anwendung und Wirkung auch präzise Hinweise zum Sammeln, wie Standort, Blüte- und Sammelzeit, verwendete Teile und manchmal besondere Hinweise, z.B. zu möglichen Allergien.

Gerade diese ganzheitliche Betrachtung der Pflanzen hat mir sehr gut gefallen; die Erzählungen bleiben gut im Gedächnis und mit ihnen dann auch die Wirkungen der Pflanzenteile. Viele leicht nachzuarbeitende und doch sehr verschiedene Rezepte für Gesundheit, Wohlbefinden und Schönheit laden zum Ausprobieren ein, besonders, weil die vorgestellten Pflanzen leicht zu erkennen und gut zu finden sind, z.B. Ackerschachtelhalm, Brennessel, Augentrost, Bärlauch, Frauenmantel, Holunderblüte, Ringelblume……

Das perfekte Buch für den Einstieg in die Kräuterkunde, aber sicherlich auch interessant für Kräuterkenner.

5/5 *****

wundervoll gestalteter und äußerst hilfreicher Ratgeber

Dr. Karin Buchart und Miriam Wiegele: Die Naturapotheke

Servus, ISBN 9783710400834

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Dr. Karin Buchart und Miriam Wiegele haben sich beruflich schon seit vielen Jahren mit Heilpflanzen auseinandergesetzt und in diesem großformatigen Buch gemeinsam überliefertes und neues Wissen über diese zusammengetragen.

Die einzelnen Pflanzen werden jeweils auf einer Doppelseite vorgestellt; auf der linken Seite findet sich der informative Text mit Angaben zur Botanik, Geschichte, Inhaltsstoffen und Wirkung sowie der Heilanwendung, dazu oft ein Rezept für eine Paste, Tinktur, Tee, o.ä. . Die jeweils rechte Seite zieren wundervolle Abbildungen der entsprechenden Pflanzen und Pflanzenteile mit Legende, so, wie wir sie aus alten Biologiebüchern oder Wandkarten zum Biologieunterricht kennen. Bei einzelnen, ganz leicht zu erkennenden Pflanzen, wurde auf diese Detailbilder verzichtet und der Platz für kleine Beschreibungen, jeweils mit Bild, von wirkungsgleichen Pflanzen genutzt, so dass es um so leichter fällt, sich aus dieser Gruppe seine eigene Mischung zusammenzustellen. Die vorgestellten Pflanzen sind alphabetisch sortiert, von Arnika bis Wermut; daran schließen sich ab S. 110 – S. 131 Rezepte für den Jahresverlauf an. Jeweils eine Doppelseite pro Monat ist mit monatstypischen Rezepten gefüllt, wobei auch jeweils die zu erwartende Wirkung mit aufgeführt und erklärt wird. Zum Schluß folgen noch zwei Register: Pflanzen und Anwendungen.

Mir gefällt dieses durchweg liebevoll gestaltete Buch ausgesprochen gut, weil die wundervollen Darstellungen der Pflanzen es selbst dem unerfahrenen Pflanzensammler leichtmachen, die entsprechenden Pflanzen eindeutig zu bestimmen und zu sammeln; die Pflanzenbeschreibungen incl. Ihrer Anwendung und Wirkung sind leicht verständlich und auf den Punkt gebracht. Sehr hilfreich finde ich, dass die Rezepte nach Monaten gegliedert sind und man damit vorzüglich einen Jahresplan zur Sammlung in die Hand gelegt bekommt. Ganz besonders hilfreich finde ich auch das Inhaltsverzeichnis nach Anwendungen, so kann man ganz einfach nach Lösungen suchen.

 

5/5 *****