schönes Buch, das umfangreicher sein könnte….

Mein Irland

Mein Irland – von Ralf Sotschek

mare, ISBN 9783866482272

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Ralf Sotscheck, der seit über 30 Jahren mit einer Irin verheiratet ist und selbst seit 1985 als Irlandkorrespondent der »taz« in Dublin lebt, hat nun ein weiteres Buch über seine Wahlheimat geschrieben. Dieses füllt er mit Geschichten von Orten, die er anhand einer Rundreise durch Irland erzählt, z.B. von Dursey und der Gondel für die 6 Einwohner der kleinen Insel, von dem Wahnsinn der EU-Förderungen, die Brachland und später darauf Golfplätze aus dem Boden schießen ließen, von dem matchmaker in Daly. Aber es geht auch tourismusferne Themen, wie um das langsame Aussterben von Pubs, Landpolizeistationen und Landpostämtern, vom Bauboom vor ein paar Jahren und den entstandenen Geisterstädten oder um die Machenschaften von Shell und mutigen Bürgern, die sich zur Wehr setzen. Der Oranierorder wird kurz vorgestellt, eine andere, dem Reisenden nicht allzu vertraute Seite Belfasts und Dublins wird aufgezeigt; besonders interessant fand ich die Geschichte der Distillary in einem Gefängnisflügel…

Dieses Buch ist kein Reiseführer, sondern zeigt etliche Aspekte auf, die dem üblichen Touristen verborgen bleiben, einiges, was fernab der gängigen Reiserouten liegt – und genau das hat mir besonders gefallen. Ich wollte ja keine Werbeschrift für Irland lesen, sondern mich interessieren auch die Probleme in diesem Land.. Einiges aus dem Buch wird den meisten Lesern bekannt sein, wie z.B. der matchmaker, das Entenrennen oder die Seilbahn, die Kühe transportiert.
Insgesamt hat mir das Buch schon gefallen, aber ich fand es viel zu kurz. Angekündigt waren 160 S., leider beginnt das Vorwort auf S. 7 und die letzten Zeilen enden auf S. 154; das sind 148 Seiten. Wenn ich dieses Buch mit „Gebrauchsanweisungen für Irland“ vergleiche ( auch Seitenzahl und Preis), bin ich schon ein wenig enttäuscht. Gerne hätte ich noch vieles mehr gelesen, aber das Buch ist schon zu Ende…

 

3/5***

interessant erläutert

Wer kriegt was - und warum?

Wer kriegt was und warum? – von Alvin E. Roth

Siedler, ISBN 9783827500441

 

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Alvin E. Roth, ehem. Wirtschaftsprofessor, erläutert in seinem Buch „Wer kriegt was und warum?“ , wie ein geldloser Markt mit unteilbaren Gütern funktioniert.

Anhand des Beispiels einer Nierenspende zur Nierenplantation zeigt er den Aufbau von Tauschringen, – ketten, nicht-gleichzeitigen Ketten und deren Kombination auf und beschreibt danach ausführlich verschiedene Formen von Marktversagen, z.B. „explodierende“ Angebote und damit verfrühte Transaktionen ( z.B. bei verfrühter Rekrutierung von Jura- oder Medizinstudenten), unzureichende Marktdichte, „Verstopfung“, mangelnde Sicherheit und Einfachheit. Anhand vieler Beispiele werden Auswahlverfahren erläutert, die auf einer „doppelten Übereinstimmung“ basieren, davon, wie man durch Parameter und Logarithmen bestmögliche Verbindungen findet, zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Zum Abschluß werden verbotene oder abstoßende Märkte beleuchtet ( z.B. Organhandel) und ergründet, warum diese Möglichkeiten so eingeschätzt werden. Stellenweise war es schon recht theoretisch und einiges wiederholte sich; auch hätte der Aspekt des Schwarzhandels/marktes etwas mehr Raum verdient.

Insgesamt fand ich die Darstellungen verschiedener Marktmechanismen, die Aufarbeitung durch eine Vermittlungs/Clearingagentur sehr interessant.

 

4/5 ****

rundum wunderschön, interessant und inspirierend

Fast sind die Schokoladenosterhasen aus den Regalen verschwunden und es dauert nur noch wenige Monate, dann finden sich dort schon wieder die ersten Spekulatius und Dominosteine. Beinahe habe ich schon den Tannenduft in der Nase – oder rieche ich ihn eher immer noch? Tja, nach dem Fest ist vor dem Fest und irgendwie ist mir das Weihnachtliche näher als Ostern; nach genüßlichem Lesen dieses Buches noch viel mehr :o)

Cover

 

Weihnachten in Norddeutschland – von Jutta Kürtz

Ellert & Richter Verlag, ISBN 9783831904488

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Jutta Kürtz entführt den Leser in ihrem Buch „Weihnachten in Norddeutschland“ in die Zeit von St. Martin bis zu Mariae Lichtmess, erläutert Bräuche und ihren Ursprung und rundet das Erzählte durch Gedichte, Bilder, Liedtexte, Oblaten, literarische und dokumentarische Geschichten u.a. von Storm H. Chr. Andersen, Thomas Mann ab. Sie berichtet zudem noch über Los- und Orakeltage, die Entwicklung der Feiertage über Jahrhunderte, verrät viele Rezepte, auch von regionalen, fast vergessenen Spezialitäten, wie z.B. Kinjeeskoken.

Viele der Bräuche sind den letzten Generationen verlorengegangen und ich fand es sehr interessant, davon zu lesen; manches Mal habe ich mich auch an Erzählungen der Älteren erinnert, z.B. dem Wäpwäp. Einiges kannte ich aus meiner Kindheit und bei vielen Erklärungen habe ich gestaunt, denn die Ursprünge, die oft Jahrhunderte zurückliegen, waren mir unbekannt. Besonders spannend fand ich den dänischen Einfluß auf das Brauchtum in Norddeutschland, wie z.B. Julklapp; das war mir ganz neu, genauso, wie regionale Eigenheiten, z.B. die unterschiedlichen Arten von Schwippbögen o.ä. oder bsonderem Brauchtum auf Amrum, Föhr oder Rügen.

Das Buch war äußerst interessant, hat mir viel Unbekanntes nahegebracht; die Illustration finde ich wunderschön, auch die vielen Rezepte, Geschenkideen…. Nach dem Fest ist ja bekanntermaßen vor dem Fest – mit diesem Buch noch ein Stückchen mehr, denn ich freue mich schon sehr darauf, viele der im Buch entdeckten Anregungen umzusetzen.

Fazit: Ein wunderschönes Buch über Weihnachten in Norddeutschland – wie es immer schon war, wie es ist und was seine Besonderheiten ausmacht; sehr interessant und inspirierend.

5/5 duftenden Zimtsternen

Leipziger Buchmesse 2016

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Moin Moin!

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse, wovon ich nun berichten möchte.

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Ich war von Donnerstag bis Samstag dort, wobei ich am ersten Tag ganz entspannt die Hallen erkundet habe ohne irgendwelche Termine zu haben. Am Freitag hingegen standen einige Messe-Highlights an:

 

 

Zuerst war ich beim Randomhouse-Bloggertreffen, dem blogntalk. Zuvor hatte ich eine Autorin zugeteilt und ein paar Fragen zugeschickt bekommen, da wir im Zuge einer Interview-Challenge die Möglichkeit hatten, mit den Autoren ins Gespräch zu kommen.

Deswegen konnte ich Nina Blazon ein paar Fragen stellen. Dabei erfuhr ich, dass sie durch das Einreichen von Manuskripten beim Überreuther-Verlag als Autorin entdeckt wurde, und dass sie während sie am liebsten Krimis liest, gerne Bücher aus allen Genres schreibt.

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Am Samstag begann der Tag mit dem Treffen von vorablesen.de. Beim Read and Greet hat der Autor Andres Pflüger aus seinem Thriller „Endgültig“ vorgelesen, danach Fragen zu seiner blinden Protagonistin, zum Entstehen des Romans und seiner Recherche beantwortet und das Ganze mit dem Erzählen eines Witzes abgerundet. So überrascht es nicht, dass er früher für Harald Juhnke und Eddi Arent Sketche geschrieben hat.

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Vielen Dank an das vorablesen-Team für die Goodiebag im Anschluss.

 

Danach ging es auch schon zum lovelybooks-Leser-und-Blogger-Treffen. Kate Morton las aus ihrem Roman „Das Seehaus“ vor und auch Kristy Logan brachte uns ihr Buch „The Gracekeepers“ nahe.

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Im Anschluss daran gab es noch Gugelhüpfchen und ein lovelybooks-Quiz.

Vielen Dank für die goodiebag und diese gelungene Veranstaltung!

 

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kreative und inspirierende Projekte

Urban Gardening – Gemüse anbauen auf kleinstem Raum

Knesebeck, ISBN 9783868738537

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Der Untertitel verrät es schon: Gemüse anbauen auf kleinstem Raum. In diesem Buch werden Beispiele aus verschiedenen Ländern vorgestellt, auf Dächern, Balkonen, Quadratmeterbeeten u.m..

Nicht die Selbstversorgung, sondern das kreative Nutzen des Gegebenen für seine eigene kleine Ernte als willkommene frische Ergänzung des Speiseplans steht in diesem Buch im Mittelpunkt. Die kleinste vorgestellte Möglichkeit besteht aus Gläsern, in denen Keimsprossen herangezogen werden, die lehrreichste auf der Ladefläche eines Pick-ups, das als Unterrichts-Anschauungsobjekt über Land fährt, die mutigste war für mich das Schlüssellochbeet in Lesotho und die innovativste der Garten im Container, ein in sich abgeschlossenes System, in dem nicht nur Pflanzen, sondern auch Fische großgezogen werden.Vorgestellt werden auch ein Tee-(Kinder)-Garten, ein Dachgarten in London, ein Spargarten ( der im Jahr umgerechnet nur 65 Euro kosten darf), Gemeinschaftsgärten oder origenelle Nutzungsmöglichkeiten, wobei die vorgestellten Möglichkeiten eher Anregungen als Arbeitsanleitungen darstellen. Aber auch kleine Tipps und Tüfteleien werden beschrieben; mir gefällt besonders gut die aufgehängte und vor allem schneckenfreie Salatkugel. Die ein oder andere Möglichkeit bei den bepflanzten Gefäßen läßt mich etwas stutzen, z.B. Gummistiefel oder Autoreifen; hierbei überwiegen meine Bedenken in meinem Gemüse verstoffwechselte Weichmacher oder Ölrückstände wiederzufinden. Am Ende des Buches findet man auf zwei Seiten nützliche Adressen, z.B. die blogs und Firmen der im Buch vorgestellten Microgärtner und mehr.
Insgesamt fand ich die vorgestellten Ideen sehr abwechslungsreich, originell und inspirierend und durch die vielen Fotos und Praxistipps wird jeder Leser neue Ideen für seinen Gemüseanbau auf kleinstem Raum gewinnen.

 

5/5 *****

interessant

Ändere die Welt!

Ändere die Welt – von Jean Ziegler

Bertelsmann, ISBN 9783570102565

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Jean Ziegler, Soziologe, emiritierter Professor der Universität Genf, ehemaliger Abgeordneter im Eidgenössischen Parlament und noch so vieles mehr, schildert aus seinen Erkenntnissen und Erlebnissen der letzten Jahrzehnte und Lehrmeinungen / Theorien vieler Jahrhunderte. Beleuchtet werden viele Aspekte, z.B. der Tauschwert des eigenen Lebens oder der Arbeitskraft, die Entäußerung aller sozialer und individueller Freiheiten, beschleunigte Akkumulation und die kontinuierliche Profitmaximierung u.v.m. in den Kapiteln „ Was nützt ein Intellektueller?“, „Die Ungleichheit zwischen den Menschen“, „Die Irrwege der Ideologien“, „Wissenschaft und Ideologie“, „Die Ketten in unseren Köpfen“, „Der Staat“, „Die Nation“, „Wie entsteht und entwickelt sich die Gesellschaft?“, „Die Völker des Schweigens“, „Die Bruderschaft der Nacht“ und zum Schluß „Auf welcher Seite stehst Du?“.
Ich halte es für nahezu unmöglich, den Inhalt des Buches zusammenzufassen, denn die Informationen darin finde ich äußerst komprimiert; es häufen sich sehr viele Zitate und Schlagwörter. Streckenweise fand ich es sehr anstrengend, konzentriert zu lesen, denn diese Fülle hat mich schon etwas „erschlagen“ und außerdem habe ich manchmal den roten Faden verloren. Im Gegensatz zu seinen früheren Büchern enthält dieses relativ viele philosophisch-theoretische Elemente; obwohl es sehr interessant zu lesen war, fand ich einen Aspekt zu schwach ausgeleuchtet: Es ist schön zu wissen, warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen, aber sehr ich hätte mir Konkreteres gewünscht, wie ich denn die Welt verändern kann.

 

4/5 ****

wundervolles Garten- und Kochbuch

Barbara kocht – 100 Rezepte aus meinem Garten

von Barbara Bonisolli

CALLWEY,  ISBN 9783766720726

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Barbara Bonisolli läßt den Leser an ihrem Gartenglück teilhaben, erklärt ihre Gartenarbeit, gibt 100 Rezepte weiter, bei denen Obst und Gemüse aus ihrem Garten eine wichtige Zutat sind und erzählt von ihren Bienen, Hühnern und Laufenten.

Besonders hilfreich und praxisnah erscheint mir die Aufarbeitung im Jahresverlauf: das Buch ist in Kapitel zu den Jahreszeiten unterteilt. Zu Beginn des Kapitels werden mehrere aktuelle Gemüse- und Kräutersorten vorgestellt ( später im Jahr auch Obst), jeweils versehen mit Hinweisen zur Vor- und Nachkultur, guten und schlechten Partnern und entsprechende Pflanztipps, manchmal auch zu unterschiedlichen Sorten, gegeben. Dem folgen Rezepte, in denen Produkte aus dem eigenen Garten verwendet werden. Jeweils in diesem Rezeptteil finden sich ein paar schmalere, bräunliche Seiten, mit speziellen Anleitungen, z.B. der Saatgutaufbewahrung und Vorkeimen auf der Fensterbank / Gewächshaus, Vorbereitung der Beete, Kompost im Frühjahr;oder im Winter, wie der Garten winterfest gemacht wird). Die vorgestellten Rezepte wurden sehr abwechslungsreich gestaltet und die Produkte aus dem eigenen Garten bleiben nur eine Zutat von mehreren; es handelt sich also keinesfalls um vegetarische Rezepte. Die Einteilung in einfache bis aufwendige Rezepte finde ich sehr gelungen.

Die vielen wunderschönen Fotos aus dem Garten und der Rezepte ergänzen die Anleitungen und Rezepte perfekt, lassen den Leser das Buch immer wieder durchblättern.

Ich selber halte auch Bienen und Hühner im Garten und habe mich über das Vorstellen dieser gefreut. Meine Gemüsebeete sind wesentlich kleiner und so bin ich gezwungen, meine Aussaat unbedingt zu planen. Bislang habe ich das eher im freestyle erledigt; dieses Jahr werde ich dann mal einen Plan dazu machen, wobei mir die Beschreibungen dieses Buches helfen werden ( besonders die Angaben zur Vor- und Nachkultur).

Fazit: Ein wunderschönes Buch mit Gartenanleitungen und tollen Rezepten.

5/5 *****