Geschichte und Illustration sind phantasievoll und kreativ

Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln – von Lewis Carroll

Gerstenberg, ISBN 9783836958646

———————————————————————————————

Die Prachtausgabe zum 150. Geburtstag des Klassikers mit der Übersetzung von Christian Enzensberger, illustriert von Floor Rieder .

Der Doppelband kommt als Wendebuch daher: Wenn man „Alice im Wunderland“ gelesen hat, dreht man das Buch um und hat „Alice hinter den Spiegeln“ vor sich. Schon dass dieser Titel in Spiegelschrift gedruckt wurde, ist eine witzige Idee; hinzukommt, dass nun auch das Lesebändchen von unten nach oben genutzt wird, also auch auf dem Kopf steht. Das Buchformat, klein und dafür etwas dicker geraten, sollte nach Floor Rieders Ansicht an eine altenglische Bibel erinnern; ich finde diese Ausgabe sehr handlich und schön zum Selber- und Vorlesen. Gerade die ganzseitigen Motivseiten, in denen Alice in Blumenranken versteckt gezeichnet wurden, sind gelungene Wimmel- oder Suchbilder. Die restliche Illustration wurde liebe- und ganz besonders phantasievoll gestaltet, was ich bei den so bekannten und eher üppigen Vorlagen der letzten 150 Jahren schon als sehr schwierig und wirklich gut gelöst ansehe. Die Vielfältigkeit der Seitengestaltung paßt wunderbar zu der einfallsreichen Geschichte um Alice und den anderen reizenden Figuren. Floor Rieders hat hierfür eine spezielle Technik angewendet, indem sie eine Glasplatte mit schwarzer Farbe bestrichen, die Motive mit einer Feder eingekratzt, gescannt und coloriert hat.

Inhaltlich muß zu diesem Klassiker gar nicht mehr verraten werden als, dass die beiden Bücher noch umfangreicher erzählen als der Zeichentrickfilm, den wohl jeder schon gesehen hat.
Diese Ausgabe finde ich ganz phantasievoll und reizend gestaltet, zum Selber-, Vorlesen und zum Sammeln.

 

5/5 *****

spannend bis zum Schluß, aber leider mit vielen sprachlichen Fehlern

Eismädchen – von Kate Rhodes

Ullstein, ISBN 9783548287102

———————————————————————

Bei „Eismädchen“ von Kate Rhodes handelt es sich um den dritten Fall für Alice Quentin, die als Psychologin der Londoner Polizei zur Seite steht. Diser Krimi ist in sich abgeschlossen und man muß zum besseren Verständnis die beiden Krimis davor nicht gelesen haben.

Ein Serientäter entführt Mädchen, bekleidet sie mit „Findelkindnachthemden“, tötet sie und hinterläßt sie an besonderen Fundorten. Alles erinnert an die Taten des Serienmörders Kinsella, der schon seit 20 Jahren im Hochsicherheitstrakt einer Psychatrie einsitzt und früher zur Leitung einer Schule und eines Findelheims gehörte. Kinsella scheint mit dem Nachahmungstäter in Kontakt zu stehen und seine Umwelt zu manipulieren. Alice Quentin führt Gespräche mit Kinsella, der sich sonst eher schweigsam gibt und ihr im Gegenzug für ein paar Informationen ihre Geheimnisse entlockt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, für Quentin auch nicht ganz ungefährlich….

Die Geschichte wurde in sich schlüssig und spannend erzählt; viele Spuren wurden gelegt und bis zum Schluß hat der Leser mehrere Verdächtige im Visier. Auch mich hat die Geschichte etwas an „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert. Viel störender aber fand ich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler; die Zeitsprünge bei einer zeitlich kontinuierlich weitererzählten Geschichte konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen ( Opfererlebnisse im Präsens, die erzählten Ermittlungsschritte darauffolgend immer im Imperfekt). Einmal wurde einer Person auf einer Seite ein zweiter Name zugeschrieben ( auf S. 352 heißt Lauren in einem Satz auf einmal Sonja). Solche Fehler irritieren mich doch sehr und nehmen mir einen Teil des Lesespaßes, wofür ich dann auch einen Stern einbehalte.

Fazit: spannend bis zum Schluß, aber leider mit vielen sprachlichen Fehlern; sonst gut erzählt.

4/5 ****

tolles Praxisbuch: Erkennen – Sammeln – Geniessen

Wildfrüchte -gemüse -kräuter: Erkennen, Sammeln und Genießen
– von Elisabeth Mayer

Leopold Stocker Verlag, ISBN 9783702012991

————————————————-

ortiert nach Jahreszeiten werden 61 Wildpflanzen porträtiert, ausführlich im Text und anschaulich auf Fotos.

Zu jeder Pflanze erhält man eine Erläuterung der botanischen Merkmale sowie eine Standortbeschreibung, gefolgt von einem ausführlichen Abschnitt zu Pflückhinweisen und Sammeltipps. Dem schließen sich die Informationen zur Nutzung der jeweiligen Wildpflanze an: zur traditionellen Verwendung nach Hildegard von Bingen, meistens auch die Zuordnung und Anwendung nach TCM und immerzur Verwendung in der Wildkräuterküche. Den Abschluß in jeder Beschreibung bilden die Rezepte für Suppen, Salate, Aufstriche, Hauptspeisen, Kräuter-Würzwürfel und -pasten,
Kräuteröl und -essig…. verschiedene Tees, Duftkissen, Kosmetikprodukte.

Mich hat die Vielfalt der vorgestellten Pflanzen überrascht. Einige davon kannte ich bereits, jedoch war mir vieles der vorgestellten Verarbeitungshinweise neu. Und etliche Pflanzen kannte ich vom Sehen her, aus meinem Garten, die ich bislang als Unkraut gejätet habe und nun endlich viel besseres damit anzufangen weiß, z.B. Gundelrebe. Knoblauchrauke, Melde.

Vorne im Buch gibt es eine Einleitung und Tipps zum Sammeln sowie einen Sammelkalender, der mir meine Pirsch nach wirklich frischen, schmackhaften, gesunden und regionalen Wildfrüchten, -kräutern und -gemüse sehr erleichtert.

Ein wunderbares Praxisbuch, das mich ganz begeistert und meinen Speiseplan bereichern wird.

 

5/5 *****

 

gluten- und zuckerfreie Keksrezepte für das ganze Jahr

Kekse ohne Zucker

Kekse ohne Zucker – von Sabine Perndl
freya Verlag, ISBN 9783990252161

Hier geht es zur Verlagsseite mit einer 22-seitigen Leseprobe:
http://www.freya.at/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage-vmbright.tpl&product_id=252&category_id=82&option=com_virtuemart&Itemid=15

————————————————
Susanne Perndl hat auf Grund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten in ihrer Familie jahrelang ausprobiert und Keksrezepte entwickelt, die sie in ihrem Buch zusammengestellt hat.

Das Buch beginnt mit einer guten Einführung in das Thema, in der Ersatzprodukte und praktische Erfahrungen mitgeteilt werden. Die Keksrezepte richten sich in erster Linie an Plätzchennaschkatzen mit einer Gluten- und/oder Zuckerunverträglichkeit oder -sensitivität.

An glutenfreien Ersatzmehlen kommen Soja, Amaranth, Buchweizen, Hirse, Mais, Qinoa, Reis und Teff (= Zwerghirse) zum Einsatz und gesüßt wird mit Birkenzucker oder Stevia.
Gut gefallen hat mir dabei die ausführliche Umrechentabelle für die Süßmittel, so dass man die Rezepte nach seinem eigenen Geschmack süßen kann. Gluten, das Klebeeiweiss
wird ersetzt durch die natürlichen Bindemittel Pfeilwurzelmehl, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl und Chia. Besonders interessant fand ich auch die Ausführung zu der
Verwendung bzw. dem Vermeiden von Hefe, die ca. 50% Zucker enthalten und deren Verwendung auch problematisch sein soll.

Die Rezepte sind weitgefächert, genau wie der Untertitel es bereits verrät: quer durchs Jahr. Jeweils in der oberen Ecke wurde in einem farbigen kleinen Keks angegeben, zu
welcher Sorte dieser Keks gehört, z.B. Klassiker, weihnachtlich, fruchtig, Nervennahrung… Ich fand die weihnachtlichen Kekse besonders ansprechend ( liegt vielleicht aber auch am
Datum); es finden sich Rezepte für Weihnachtsstollen, Zimtsterne, Spekulatius, Vanillekipferl, Vanille-Schoko-Cookies….

Bis auf eine Ausnahme findet sich im Rezeptteil auf jeder Doppelseite ein Keksrezept, mit Foto, ausführlicher Anleitung, einem Tipp-Kästchen, oft gibt es dazu noch eine Spalte mit Wissenswertem.
Ich finde das Buch sehr gelungen; die Rezeptauswahl ist breit gefächert, sehr ansprechend und ich bin sicher, dass jeder, der gluten- und zuckerfreie Kekse genießen möchte, dort seine neuen Lieblingskekse finden wird.

5/5 *****

vom respektvollen Umgang und bewußter Pflege

Buchcover: Wesensgemäße Bienenhaltung in der Bienenkiste

Wesensgemäße Bienenhaltung – von Erhard Maria Klein

pala Verlag, ISBN 9783895663413

Zur Verlagsseite mit einer Leseprobe geht es hier: http://www.pala-verlag.de/cms/website.php?id=/index/buecher/9783895663413.htm

—————————————————————

Erhard Maria Klein erläutert in diesem, seinem zweiten Buch zum Thema, die Bienenhaltung in einer Bienenkiste, den Schwarmtrieb und die Vermehrung des Bienenvolk mit dessen Nutzung. Er beschreibt mögliche Probleme und gibt zahlreiche Anregungen und Anleitungen für Beobachtungen und Auswertungen.

Mir hat sehr gut gefallen, dass Herr Klein schon zu Beginn des Buches betont, dass es nicht DIE richtige Bienenhaltung gibt, denn auch die Bienenkiste ist keine absolut perfekte Lösung. Vielmehr geht es um einen respektvollen Umgang mit den Bienen und der Umwelt, um bewußte und aufmerksame Pflege. Bei einigen angesprochenen Punkten war ich überrascht, dass die Beführworter der Bienenkiste sie genauso handhaben wie „Magazinbeuten-Imker“. Ich denke, da gibt es auf beiden Seiten Vorurteile und zu revidierende Meinungen, denn mir scheint, so weit, wie ich bislang dachte, liegen diese beiden Methoden gar nicht auseinander. Als Jungimkerin habe ich selbstverständlich einen Lehrgang besucht, der sich vermutlich durch die Umsetzung von neuen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen bereits erheblich vom „klassischen“ und seit Jahrzehnten traditionell gehandhabten Imkern unterscheidet. Für mich besteht in vielen Punkten, wie schon schon erwähnt,
nicht ein wirklich großer Unterschied im Vorgehen: Ob man anhand des Krainer Bauernstockes die Kiste umdreht oder eine Kippkontrolle vornimmt ( finde ich für die Bienen noch schonender), ob ich den Bienenkistenboden untersuche oder eine Gemülldiagnose mit Hilfe einer Windel durchführe, ob ich es Trommelschwarm oder Flugling nenne…..

Ich habe viele wertvolle Tipps und Anregungen gelesen, die sowohl für Bienenkisten- als auch Beutenimker sehr interessant sind, z.B. die Fluglochbetrachtungen oder den Wabenkeil.

Das Schwarmverhalten war gut, aber kurz erklärt; demjenigen, der sich diesbezüglich genauer informieren möchte, würde ich Thomas D. Seeleys „Bienendemokratie“ ans Herz legen.

Insgesamt fand ich das Buch sehr interessant und habe viele wertvolle Tipps und Anregungen erhalten und denke, dass es für Bienenkisten- und Beutenimker gleichermaßeninformativ ist. Erfreulich finde ich auch die Annäherung zwischen den Haltungsweisen, denn wir wollen doch alle respektvoll mit „unseren“ Bienen umgehen.

 

5/5 *****

Erklärungen, Anleitungen, Rezepte…..

Lebenselixiere selbst herstellen

Lebenselixiere selbst herstellen – von Jutta Beutel

freya Verlag, ISBN 9783990252123

Hier geht es zur Verlagsseite mit einer 40seitigen Leseprobe:
http://www.freya.at/de/naturheilkunde?page=shop.product_details&flypage=flypage-vmbright.tpl&product_id=247&category_id=82

————————————————
Jutta Beutel, ausgebildet in Paracelsusmedizin und Spagyrik, beschäftigt sich zudem noch intensiv mit klassischer Astrologie. Dieses Wissen läßt ihr Buch demzufolge sehr facettenreich auf die eigene Herstellung von Lebenselexieren eingehen.

Beginnend mit einem geschichtlichen Überblick, werden dann die Unterschiede in der Herstellung sowie die Herstellung selber von Tinktur und spagyrischer Tinktur erklärt und Grundlagenwissen vermittelt. Schritt-für-Schritt-Anleitungen und viele begleitende Fotoserläutern das Vorgehen sehr gut und anschaulich. Es folgen Einführungen in Signaturkunde und Astromedizin, gefolgt von Erkärungen bzgl. der Zusammenstellung der Zutaten, Sammelorten und -zeit, Trocknung, Lagerung, Dosierung und einem beispielhaften Rezept für ein Lebenselexier.

Darauf folgen 70 detaillierte Pflanzenportrait mit Fotos, Planetenzuordnung, Signaturen- betrachtung, verschiedenen gebräuchlichen Namen, Wirkung im Lebenselexier,
Inhaltsstoffen, Standort, verwendete Teile, Sammelzeit nach dem Mondkalender u.m. . Dazu gibt es Verarbeitungshinweise u.a. Wissenswerte.
Im Rezeptteil finden sich Elixiere aus alter und neuer Zeit, mit Destillation und Verschung und auch ohne.Den historischen und modernen folgen Rezepte für Liebeselixiere.
Immer wieder finden sich Tabellen, die das Vermittelte kurz zusammenfassen und es erleichtern, sich die Zutaten für sein persönliches Elixier zusammenzustellen.
Insgesamt finde ich das Buch rundum gelungen: es wurde sehr schön und liebevoll gestaltet und vermittelt sehr umfangreiches Wissen und versetzt den Leser in die Lage sich sein perönliches Elixier ( oder mehrere) herzustellen. Alles Nötige wird sehr anschaulich und ausführlich erklärt. Mir persönlich fehlt das Grundlagenwissen in der Astrologie, was aber nicht unbedingt von Nöten ist, um persönliche  Elixiere selber herzustellen. Wer über dieses Wissen verfügt, hätte mit diesem Buch zusätzlich noch weitere Möglichkeiten.Mich erfreuen auch die Rezepte für verschiedene Magenbitter,
Goldwasser, Kraftwasser. div. Elixiere und die hilfreichen Adressen im Anhang, z.B. für Destillierhelme und Pelikane.

Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle.

5/5*****

vielfältige Modelle in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

Kleine Weihnachtsdeko

Kleine Weihnachtsdeko: zum Stricken und Häkeln
– von Sue Stratford

Bassermann-Verlag, ISBN 9783809431787

————————————-

Das Buch wartet mit einer Doppelseite Erklärungen zu Stricktechniken, sowie einer Seite  mit Tipps und Tricks zum Häkeln auf, sowie wirklich gut erklärten Arbeitsanleitungen zu jeweils 20 Strick- und Häkelmodellen. Von zwei verschiedenen Rentieren, dem Schneemann, über Tannenbäume und Kränze, Weihnachtskugeln, Sterne, Wimpelgiralnde, Nikolausstiefel, Weihnachtsengel… ist für jeden Geschmack etwas dabei; manchmal auch ein klein wenig kitschig, also genau richtig für Weihnachten.

Besonders gut gefällt mir, dass die Anleitungen zum Stricken und Häkeln gleich stark vertreten sind und häufig bei den Modellen darauf geachtet wurde, eines in beiden Techniken vorzustellen, z.B. Rentier, Schneemann, Eule, Tannenbaum.
Die Fotos der kleinen Werkstücke, manchmal auch ein zweites von der Seite oder einer anderen Farbkombination, sind gelungen und machen Lust aufs Nacharbeiten.

Es finden sich im Buch Anleitungen für leichtere bis aufwendigere Modelle, die sich gut
nacharbeiten lassen. Strick- oder Häkelanfänger werden mit den Anleitungen wahrscheinlich überfordert sein und sollten erst einmal die Grundlagen beherrschen. Natürlich sind, wie immer, Modelle dabei, die einem total gut gefallen und auch
andere, die einen nicht ganz so fesseln. Insgesamt finde ich die Zusammenstellung sehr gelungen. Meine Favoriten sind Rudolph mit der roten Nase ( habe ich nachgearbeitet, s. Foto unten) und der Schneemann – beide auf dem Cover zu sehen.
Fazit: schöne Auswahl an einfachen bis aufwändigeren Anleitungen zum Stricken und Häkeln von eigener Deko oder kleinen Geschenken, jeweils gut erklärt.

5/5 *****

DSCI2612