zutiefst beeindruckende Erkenntnisse über Bienenvölker und ihr Schwarmverhalten

Thomas D. Seeley beschreibt und belegt mit vielen dokumentierten Versuchen das Schwarmverhalten der Bienen, wobei Forschungsergebnisse aus über 60 Jahren äußerst detailliert beschrieben wurden. Angefangen vom Leben im Bienenvolk bis zum Einzug in die neue Nisthöhle gab es viele Erklärungen und etliche Zusammenhänge, die mir als Jungimkerin neu waren und mich zutiefst beeindruckt haben. Dieser Abschnitt macht den größten Teil des Buches aus und darüber bin ich sehr froh.

Es gibt ab S. 251 andere Informationen, z.B. dass Douglas Hofstadter vor 30 Jahren eine Ameisenkolonie mit einem menschlichen Gehirn verglichen hat – und daraufhin arbeitet Th. D. Seeley auf den nächsten 5 Seiten Ähnlichkeiten zwischen der Funktionsweise eines Primatengehirns und eines Honigbienenschwarms heraus.

Ab S. 257 befaßt der Autor sich auf 19 Seiten mit dem Thema „Was wir Menschen von den Honigbienen lernen können“ und wiederholt dabei noch einmal alle Etappen der im Buch aufgeführten Phasen der Schwarmbildung und Übersiedelung. Das soll seiner Meinung nach die anzustrebende Demokratie sein, die wir von den Bienen lernen sollten.

Es folgt der Epilog ( S. 277 – S. 282) und auf den folgenden 32 Seiten Anmerkungen / Fußnoten zum Buch.

Meine Meinung zum Buch:

Die Beschreibungen zum Bienenvolk waren grandios und für diesen Teil des Buches würde ich mehr als 5 Sterne vergeben. Alles was danach kommt, finde ich sehr verkrampft und gewollt – und leider auch nicht wirklich nachvollziehbar. Das, was der Autor unter der anzustrebenden Demokratie versteht, deckt sich nicht mit meinem Verständnis für Demokratie. Eines seiner Beispiele lautet: In Sitzungen von Vorständen könnte man lange Diskussionen ersparen, wenn die 20%-25%, die bei einer Probeabstimmung offensichtlich der Mehrheit im Wege stünden, still würden und ihre Sicht zugunsten eines eindeutigen Konsenses verschweigen.
Abgesehen von diesem Punkt, bin ich froh, dass die Demokratie unter uns Menschen auch den Männern erlaubt, mit zu diskutieren und wir Frauen sie nicht nach der Begattung verhungern lassen. Und mittlerweile ist bekannt, dass es nicht nur eine Schwarmklugheit, sondern auch eine Schwarmdummheit gibt. Was bei der „Abstimmung“ zwischen zwei potentiellen Nisthöhlen perfekt zu funktionieren zu scheint, läßt sich wohl nicht auf alle Fragen und Entscheidungen der Menschen übertragen… Ich denke, dieses Thema war für den Autor auch nicht wirklich so wichtig, da er sich diesem nur 19 Seiten gewidmet hat. Es erschien mir vielmehr so, dass der Buchtitel dadurch etwas großzügiger formuliert werden konnte…

Fazit:

„Wie Bienen kollektiv entscheiden“ wurde grandios dargestellt und „was wir davon lernen können“ konnte mich gar nicht überzeugen..

4/5 ****

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